Christrose (Helleborus niger): Pflege, Standort, Blütezeit & Herkunft
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Christrose (Helleborus niger): Pflege, Standort, Blütezeit & Herkunft

Art/Familie: Staude. Gehört zur Familie der Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae)

Pflegeaufwand: Mittel. Etwas empfindlich wenn der Standort nicht optimal ist.

Blütezeit: Dezember bis April. Schalen- bis sternförmige, große, nickende, einfache oder gefüllte Blüten in fast allen Farben und Schattierungen bis auf reines Blau und Orange oft mit Sprenkelung in der Blütenmitte und manchmal zweifarbig

Belaubung: Wintergrün. Eiförmige, nach vorne zugespitzte, gezahnte, dunkelgrüne, oft glänzende Blätter, derb und ledrig

Wuchs: Bodendecker, der sich durch unterirdische Ausl ...

äufer und Versamung dicht horstartig ausbreitet.

Höhe: 25 bis 50cm

Standort: Halbschattig oder im lichten Schatten von Gehölzen. Während der Blüte feuchten Boden, ansonsten eher trockene, kalkhaltige Erde. Lehmiger, durchlässiger, kalkhaltiger und leicht humoser Boden .

Pflanzzeit: Kaltkeimer, ab März

Schnitt: Verblühte Stängel Ende Frühjahr bei jungen Pflanzen entfernen. Alte Blätter im November entfernen (siehe unten „Schnitt“)

Partner: Bergenien, Elfenblumen, Goldnessel, Gräser wie z.B. Schneemarbel sowie Breitblatt- und Japansegge, Kaukasus-Vergissmeinnicht ...
, Leberblümchen, Lungenkraut, Primeln, Storchschnabel-Arten, Wildzwiebeln wie Krokus sowie Winterling und Blaustern ebenso Schneeglöckchen, Wolfsmilch

Vermehrung: Teilung nach der Blüte oder frische Samen ausstreuen

Pflege: Zur Blüte sollten alte Blätter ausgeputzt werden. Während der Blüte Boden feucht halten, später nur bei längerer Trockenheit wässern

Überwinterung: Frostverträglich, ist jedoch für Winterschutz dankbar

Krankheiten:

  • Coniothyrium hellebori: Spezifische Helleborus-Pilzerkrankung. Zum Schutz ständig mit Erde in Berührung kommende Blätter entfernen, nicht die Blüten (siehe auch unten „Krankheit“) 
  • Pflanze kümmert: Oft ein Zeichen von Kalkmangel

Besonderheiten:
  1. Am richtigen Standort mit richtiger Pflege können die Pflanzen leicht ein Menschenalter erreichen.
  2. Blüten sollte für den Vasenschnitt nur voll aufgeblüht (Staubgefäße sollten voll ausgebildet sein) geschnitten werden, da Knospen in der Vase nur selten aufblühen und schnell verwelken.
  3. Gekaufte meist blühende Christrosen im Topf vertragen Wärme nicht gut, sondern sollten in einen unbeheizten Raum nahe am Fenster stehen, so blüht sie oft wochenlang. Danach kann sie ausgepflanzt werden.
Arten

 

Lenzrose – Orientalischer Nieswurz (Helleborus orientalis)

  • Wird auch „Frühlings-Schneerose“ genannt. Höhe 25-50cm. Blüht von Februar bis April. Danach Bildung dekorativer Balgfrüchte. Robust, leichter zu pflegen als die echte Christrose. Blätter und Blüten stoßen einzeln aus dem Boden und werden deshalb zu den stammlosen Helleborus Sorten gezählt (siehe auch unten „Allgemeines“). Verträgt auch sonnigen Standort, wenn Boden nicht austrocknet und zu fest wird. Zieht humus- und nährstoffreichen Boden vor. Kommt aus dem Südosten Europas und dem Kaukasus. Sehr gute Schnittblume, die auch gut im Kübel kultiviert werden kann. Verzehr kann Unwohlsein hervorrufen, Berührungen mit Pflanzensaft zu Hautreizungen führen
Nieswurz
  • Sehr pflegeleichter Vertreter. Blätter und Blüten entspringen einem Spross, weswegen Nieswurz zu den stammbildenen Helleborus Sorten gehört (siehe auch unten „Allgemeines“) 
Purpurnieswurz (Helleborus purpurascens)
  • Februar bis April mit purpurfarbenen Blüten

Sorten (Auswahl):

`Betty Rancar´: Lenzrose. Höhe 30-40cm. Blüht von Februar bis April mit weißen gefüllten Blüten und leuchtend gelb-orangefarbener Mitte. Verträgt auch sonnigen Standort
`Southern Belle®´: Christrosenmix. Höhe 30cm. Blühen von Ende Dezember bis März in einfachen und gefüllten Blüten in gelb, rot, grünlich, weiß, bräunlich-rot und pink, manche auch zweifarbig
`Spotted Hybrids´: Lenzrose. Mischung aus Sämlingen mit Blüten die innen gepunktet sind
`Winterstar´: Neue Sorte mit gelblich-weiße Blüten

Allgemeines

Helleborus werden in stammbildende (bei den Nieswurzen entspringen Blätter und Blüten einem Spross) und stammlose (Blätter und Blüten stoßen einzeln aus dem Boden wie bei den Lenzrosen) Arten unterteilt. Durch ihre markanten, bei manchen Sorten auch immergrünen, Blätter bringen die Pflanzen nach der Blüte Ruhe und auch Struktur in das Beet. Fühlen sie sich an ihrem Standort wohl und werden ihre Wurzeln nicht durch Hacken oder Graben gestört können sie sehr alt werden.


Die meisten Blüten fallen nicht besonders auf und oftmals erkennt man ihre Schönheit nur bei genauerer Betrachtung. Von daher ist ein Standort in Hausnähe, wo man sie täglich betrachten kann, sinnvoll. Nur die größeren Arten wie `Helleborus foetidus´ wirken mit ihrem üppigen Blütenstand auch in einiger Entfernung.

Schnitt

Bei noch jungen Pflanzen sollte man gegen Ende des Frühjahres die verblühten Stängel entfernen, damit die Pflanze keine Samen produziert. Die Samenbildung ist kräftezehrend und durch das Entfernen der Stängel wird die Lebenskraft und das Wachstum der Pflanze insgesamt gekräftigt.

Krankheit

Eine spezifische Helleborus-Pilzerkrankung ist Coniothyrium hellebori. Der Pilz entsteht, wenn die Blätter der Pflanze ständigen Erdkontakt haben. Daher sollten diese Blätter regelmäßig entfernt werden. Die Blüten entfernt man nicht, selbst wenn sie auf dem Boden liegen. Bei leichten Minusgraden lassen die Pflanzen den Druck in den Stielen abfallen um sich vor dem Erfrieren zu schützen und die Blüten liegen. Wird es wieder wärmer, richten sie sich wieder auf.

Beim Kauf zu beachten

Beim Kauf von Christrosen sollte man auf die Topfgröße achten. Die Wurzeln müssen genügend Platz haben, sonst kränkelt die Pflanze bevor man sie zu Hause eingesetzt hat. Die Blätter müssen frisch grün sein und dürfen keine schwarzen Flecken aufweisen, die auf eine Pilzerkrankung hindeuten.

Namensgebung und Geschichte

Der botanische Name Helleborus leitet sich aus dem lateinischen Wort helleborosus mit der Bedeutung „nicht bei Verstand“ ab. Vielleicht meinten die Botaniker damit, dass man leicht den Kopf bei der Vielfältigkeit der Christrose mit Punkten, Adern, Rüschen, Streifen und phantastischen Farbschattierungen verlieren kann. 

Die 1995 gestorbene Engländerin Helen Ballard galt als die große Dame der Helleborus-Züchtung. Sie kreuzte Christrosen (Helleborus niger) mit anderen Arten und beschäftigte sich als erste intensiv mit Lenzrosen (Helleborus orientalis). Sie vererbte der Kölnerin Gisela Schmiemann, ebenfalls begeisterte Helleborus-Züchterin, ihre Sammlung. Die Kölnerin konzentriert sich bei den Neuzüchtungen hauptsächlich auf Blüten, die nicht nach unten hängen. Sie züchtet neue Sorten, die ihre Blüten horizontal oder sogar vollständig nach oben öffnen und dadurch besser sichtbar sind.

Legenden
Vermutlich weil die Christrose selbst im tiefsten Winter bei Schnee zu blühen beginnt (wird gelegentlich als Wunder oder Zauber angesehen) ranken sich einige Legenden um sie. So soll eine böse Tante ihre kleine Nichte im Winter aus dem Haus gejagt haben und das kleine Mädchen irrte schutzlos im Schnee herum. Dann traf sie die germanische Liebesgöttin Freya, die Mitleid mit ihr hatte und sie in eine Christrose verwandelte

 
Weiterführende Links

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