Efeu (Hedera helix) & Zimmerefeu - Pflege & erfolgreich vermehren
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Efeu (Hedera helix) & Zimmerefeu - Pflege & erfolgreich vermehren

Art/Familie: Kletterpflanze. Gehört zur Familie der Araliengewächse (Araliaceae)

efeu_flPflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht, zuverlässig und fast unverwüstlich

Blütezeit: Unscheinbar. Blüht erst nach ca. zehn Standjahren

Belaubung: Immergrün. Im Handel sind neben Sorten mit reingrünen auch gelb-grüne oder creme-grüne Blätter erhältlich

Wuchs: Kletterpflanze, die an Wänden, Mauern und Bäumen mit kleinen Haftwurzeln selbsthaftend ist; keine Kletterhilfe notwendig (Selbstklimmer). Auch als Bodendecker einsetzbar. Langsam wachsend, als Faustregel gilt: Je kleiner das Laub der ...

einzelnen Sorte, desto langsamer der Wuchs

Höhe: 10m und mehr. Efeu scheint nach oben hin keine Grenzen zu kennen, wobei Sorten mit kleinen Blättern im Durchschnitt und niedriger bleiben als Sorten mit großen Blättern

Standort: Halbschattig bis schattig. Verträgt auch Sonnenplatz, wenn er vor der Wintersonne geschützt wird. Buntblättrige Sorten benötigen etwas Sonne, sonst vergrünen sie. Feuchter normaler Boden und gerne höhere Luftfeuchtigkeit

Pflanzzeit: Frühjahr oder Herbst. Oberkante des Wurzelballens oder der nackten Wurzel mindestens 5cm tiefer ...
als Erdoberfläche und schräg zur Wand etc. geneigt setzen

Schnitt: Alte Pflanzen können durch kräftiges Stutzen im Mai verjüngt werden. Alte Seitentriebe die weit von der Wand abstehen bis zu einer Verzweigung nahe der Wand entfernen, damit Pflanze nicht wegkippt. Überlange Triebe und gegebenenfalls eingenisteten Fremdwuchs entfernen. Sehr schnittverträglich, auch bis ins alte Holz hinein

Vermehrung: Durch Kopfstecklinge (siehe auch unten „Vermehrung“)

Pflege: März bis Oktober wöchentlich düngen oder alternativ Gabe von Langzeitdünger im Frühjahr

Überwinterung: Schutz vor Wintersonne. Ist bei starkem Frost für Windschutz dankbar. Vor allem Sorten mit buntem Laub benötigen etwas Winterschutz

Krankheiten/Probleme:

  • Verträgt Hitze nur schlecht
  • Gezüchtete Sorten reagieren auf Tropfenfall von Bäumen empfindlich; oft tritt ein  kaum zu kurierendem Pilzbefall der Blätter ein
Besonderheiten:
  1. Bekannteste Kletterpflanze, die bei uns heimisch und vor allem im Wald natürlich zu finden ist. Klettert dort meist an Bäumen hoch und erreicht oft eine Höhe von über 20m
  2. Gilt als „Pflanze der Ewigkeit“ und wird als Bodendecker gerne auf Gräbern genutzt
  3. Blätter filtern Schadstoffe und können als Zimmer-Efeu das Raumklima verbessern (baut Benzol ab)

Arten
  • Marengo-Efeu (Hedera helix ssp. canarensis)
  • Zimmerefeu - nähere Angaben siehe unten „Efeu als Himmelsstürmer im Zimmer“
Sorten (Auswahl):
`Sulphur Heart´: Hedera colchica. Grüne gelb panaschierte Blätter
`Variegata´: Zimmerefeu. Bekannteste und beliebteste Sorte mit grünen Blättern gelb und rötlich panaschiert

 

Namensgebung

Der zweite Namen in der botanischen Bezeichnung Hedera helix, also helix, bedeutet so viel wie aufstrebend, was den Efeu gut charakterisiert. Der Marengo-Efeu erhielt seinen Namen in Gedenken an eine sehr blutige Schlacht, welche im Jahre 1800 zwischen Frankreich und Österreich entfacht war.

 

efeu3_flEfeu an Hauswänden

In der Regel kann Efeu an einer Hausfassade mit normal festem Putz keine Schäden anrichten. Nur wenn der Putz bereits bröckelt können sich die Haftwurzeln darunter schieben und noch mehr Putz ablösen oder der ganze Efeu hält nicht mehr und fällt samt Putz herunter.
Durch die dichte immergrüne Belaubung hält er das Haus jedoch im Sommer merkbar kühler und wirkt im Winter isolierend, so dass nicht so viel wichtige Wärme entschwinden kann.

Allerdings muss jedem bewusst sein, dass in dem Efeu verschiedene Insekten Zuflucht suchen und bei größeren älteren und dementsprechend dichten Exemplaren auch gerne Vögeln darin nisten. Wer also im Sommer das von Efeu umrankte Fenster öffnet, muss mit mehr Besuch von Spinnen und anderen Krabbel- sowie Flugtierchen rechnen

Efeu als Himmelsstürmer im Zimmer

Wer in der Wohnung auf Efeu nicht verzichten möchte, kann auf Zimmerefeu zurückgreifen, der sich durch den Abbau von Benzol aus der Luft als sehr nützlich erweist. Diese Efeuarten haben gerne ein helles bis halbschattiges Plätzchen ohne direkte Sonne und benötigen für ihre bis zu 2m langen Ranken ein Spalier, einen Moosstab oder ähnliches. Aber sollte jedem Efeuliebhaber bewusst sein, dass Zimmerefeu nicht so robust und pflegeleicht ist wie im Freiland gepflanzter. Wer keine optimalen Bedingungen schafft hat nicht viel Freude an dem guten Stück.

Die Erde im Topf sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Starker Wechsel von Trockenheit und Nässe schwächt die Pflanze und ein im Boden überdauernder Pilz (Stängelfäule), der die Triebe verbräunen und schließlich absterben lässt, hat leichtes Spiel. Auch ein zu dunkler Standort oder ein Platz über der Heizung macht die Pflanze anfällig. Bei schwachem Befall hilft manchmal das Entfernen des betroffenen Triebes, umtopfen in frische Erde und feucht gehaltener Erde Abhärten kann man den Kletterer, wenn man ihn ab Frühjahr einen Platz draußen gewährt. Vor allem buntlaubige Sorten scheinen für den Pilz anfälliger zu sein, grünlaubige Sorten sind seltener betroffen.

Wunderschön sieht er aus, wenn er einen grünen Bogen bilden darf. Dazu wird aus verzinktem Draht ein Reifen gebogen und an dem Topf befestigt. Die längsten Ranken werden von beiden Seiten um den Bogen gewickelt oder festgebunden und die kürzeren Ranken dann darum geschlungen bis ein üppiger Kranz entsteht

Vermehrung

Ca. 6-8cm lange Triebenden abschneiden und in einen vorgequollenen Torftopf setzen. Mit einer Blumenspritze werden die Triebe besprüht und schließlich mit einer Plastiktüte abgedeckt, damit eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist. Ob die Vermehrung ein Erfolg war erkennt man an einem frischen Austrieb und wachsenden Wurzeln. Diese Vermehrungsform nennt man Vermehrung mit Kopfstecklingen und dies kann beim Efeu zwischen Februar und Oktober erfolgen.
Die Triebspitze kann man auch erst einmal in ein gefüllte Wasserglas stellen, wo sie dann Wurzeln austreibt und danach in Anzuchterde gesetzt wird

 
Weiterführende Links

Garten-Tipps