Engelstrompete (Brugmansia) - Pflege, Krankheiten, überwintern
Pflanzenpflege, Pflanzen-Lexikon mit Foto + Bilder - Pflanzenpflege

Engelstrompete (Brugmansia) - Pflege, Krankheiten, überwintern

Engelstrompeten sind die Königinnen unter den Kübelpflanzen. Sie sind nicht winterhart und vertragen Temperaturen unter 5-8°C nur sehr schlecht. Sie sind vor allem wegen ihren traumhaften, riesigen Blüten beliebt.

engelstrompeteEs gibt sie bis auf blau, in allen möglichen Farben, die Blüten können lang und schmal, oder etwas breiter, dafür etwas kürzer sein. Gefüllte Blüten erfreuen sich besonderer Beliebtheit. Engelstrompeten haben mitunter Sammlerwert. Insbesondere spezielle Züchtungen, mit zwei- bis dreifach gefüllten Blüten haben einen stolzen Preis.

Engelstrompeten erfordern bei ihrer Pflege etwas Fingerspitzengefühl. Ganz so pflegeleicht sind sie leider nicht. Sie sind je nach Sorte mehr, oder weniger anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Besonders gefürchtet sind ...

die so genannten Weichhautmilben, deren Bekämpfung schon fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Der Grund dafür ist, dass man bisher kein Spritzmittel gegen diese saugenden Schädlingen entwickeln konnte. Befallene Pflanzen müssen auf jeden Fall von anderen Pflanzen isoliert werden, um die Ansteckungsgefahr auf ein Minimum senken zu können. Andere Schädlinge, wie Thripse, Schildläuse etc. lassen sich mit handelsüblichen Mitteln bekämpfen. Die Brugmansia hat einen enormen Wasser- und Nährstoffbedarf. Depotdünger halten hier bei weitem nicht so lange ihre Wirkung, wie bei anderen Pflanzen.

Wer eine wahre Bl ...

ütenpracht anstrebt, sollte auf spezielle Düngemittel zurückgreifen. Engelstrompeten werden in der Wachstumsphase mit einem Wachstumsdünger gedüngt, sobald sich die ersten Knospen zeigen, steigt man auf Blühdünger um. An heißen Sommertagen müssen die Pflanzen unter Umständen bis zu 4mal gegossen werden. In den Abendstunden, beim letzten Gießen erhalten die Pflanzen im Wasser aufgelösten Dünger. Düngergaben sind zwar nicht täglich notwendig, doch alle 3-4 Tage benötigen Engelstrompeten einen Schub an Nährstoffen. Flüssigdünger, oder Blaudünger eignen sich aber auch.

Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Einige wenige Sorten bevorzugen einen eher schattigen Standort. Engelstrompeten sind nicht winterhart und benötigen daher einen Winterquartier, mit Temperaturen um die 10-15°C. Es gilt die Faustregel, je heller der Standort, umso wärmer muss er auch sein. Im Winter benötigen Brugmansien nur recht wenig Wasser. Alle paar Wochen eine Tasse Wasser reicht aus, um ihren Wasserbedarf zu decken. Da sie im Winter keine Blätter haben, wird auch nur sehr wenig Wasser verdunstet. Im Winterquartier sollte man die Pflanzen regelmäßig – vor allem, wenn der Standort recht hell ist – auf Schädlinge, wie Weiße Fliege etc. untersuchen und bei anfänglichem Befall sofort handeln.

Vor dem Einräumen im Herbst werden Engelstrompeten geschnitten. Da sie stark in die Breite wachsen und sich reichlich verzweigen, nehmen sie ohne Rückschnitt sehr viel Platz in Anspruch. Wichtig zu wissen: Engelstrompeten blühen nicht überall. Nur oberhalb von Y-Verzweigungen bilden sich Knospen. Wer also auf eine Blüte in der kommenden Saison nicht verzichten möchte, schneidet seine Engelstrompeten im Herbst nur oberhalb diese Y-Verzweigungen ab. Auch hier sollten stets etwa 15-20cm übrigbleiben, denn im Winter können Teile noch zurücktrocknen. Ältere Pflanzen, die sehr groß geworden sind, können auch weiter unten geschnitten werden, um sie zu neuem Wachstum anzuregen. Hier bilden sich jedoch die ersten Blüten erst im Spätsommer, oder Herbst (wenn überhaupt im ersten Jahr nach dem Schnitt), da sich die Y-Verzweigungen erst wieder bilden müssen. Wenn draußen die Temperaturen im Frühjahr wieder permanent über 13-15°C bleiben und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind (Mitte Mai), können die Engelstrompeten wieder nach draußen gestellt werden. Zunächst sollten die Pflanzen jedoch an einen schattigen Platz gestellt werden, um Schäden durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Mit dem Düngen kann man bereits beginnen, sobald sich die ersten Blätter zeigen. Dies kann schon im März/April sein, wenn sich die Pflanzen noch im Winterquartier befinden. Die Düngergaben werden jedoch zu dieser Zeit nur sparsam verabreicht.

Vermehrt werden Engelstrompeten am besten über Stecklinge aus dem Blühbereich, also aus Schnittgut oberhalb der Y-Verzweigungen. Die Stecklinge bewurzeln je nach Sorte binnen wenigen Tagen, bis einigen Wochen auch im Wasserglas. Nur die Stielenden sollten in etwas Wasser stehen. Nach der Wurzelbildung können die neuen Pflänzchen in Erde gepflanzt und zunächst an einen eher halbschattigen Ort gestellt werden. Engelstrompeten, die aus dem Blühbereich vermehrt wurden, blühen häufig schon einige Monate später.

 
Weiterführende Links

Garten-Tipps