Erdbeeren (Fragaria) - Erdbeersorten pflanzen & richtige Pflege
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Erdbeeren (Fragaria) & Erdbeersorten pflanzen, überwintern & richtige Pflege

Art/Familie: Staude. Gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae)

erdbeeren_flPflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht

Blütezeit: Juni bis September mit schalenförmigen Blüten in klassisch Weiß, mittlerweile gibt es auch rosa oder rot blühende Sorten und Arten

Ernte: Je nach Sorte Mitte Mai bis Oktober von kleinen bis riesigen Früchten in Rot

Belaubung: Dreifach geteilte, am Rand gezahnte Blätter in Dunkelgrün

Wuchs: Raschwüchsiger Bodendecker, der dichte Teppiche bildet

Inhaltsstoffe: Antioxidantien, Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamin C

Höhe: 10 bis 15cm

>Standort: Sonnig. Humoser, durchlässiger, nicht zu trockener Boden

Pflanzzeit: März bis September mit einem Pflanzabstand von 30-35cm und einem Reihenabstand von 70-80cm. Das „Herz“ sollte mit der Erdoberfläche abschließen, nicht zu tief setzen

Schnitt: Rückschnitt nicht notwendig, doch altes Laub spätestens im März entfernen damit Neuaustrieb gesund bleibt

Partner: Borretsch (lockt mit seiner Vielzahl an blauen Blüten viele Bienen und Hummeln an, wovon die Erdbeerblüten profitieren), Knoblauch, Kohl, Kopfsalat, Lauch, Radieschen, Rettich, Zwiebeln

Vermehrung:
> Durch Ausläufer von Sommer bis Herbst, die von alleine Wurzeln bilden und einfach abgeschnitten werden können

Pflege: Im Frühjahr frühestens vier Wochen nach Pflanzung sowie im Frühsommer Erdbeerdünger ausbringen. Bei Trockenheit regelmäßig gießen. Altes Laub spätestens im März entfernen, damit Neuaustrieb gesund bleibt

Überwinterung: Winterhart. Sind dennoch für etwas Schutz mit Laub oder Reisig dankbar

Krankheiten/Probleme/Schädlinge:
Engerlinge: Absammeln. Nicht spritzen, da giftig und Erdbeeren dann nicht mehr genießbar

Besonderheiten:

  1. Kommt ursprünglich aus Amerika, die meisten Sorten wurden jedoch in Deutschland gezüchtet
  2. Gehört botanisch nicht zu den Beeren sondern ist eine Sammelnussfrucht (an den kleinen gelb-braunen samenähnlichen Nüsschen auf der Oberfläche der Früchte erkennbar)
  3. Gedeiht nur gut, wenn in den letzten fünf Jahren auf dem Beet keine Erdbeeren gesessen haben (oder Erde austauschen)
  4. Hat mit den Walderdbeeren nichts gemeinsam (siehe auch unten „Geschichte“) 
  5. Hildegard von Bingen warnte vor dem Genuss, da sie weder gesunden noch kranken Menschen nützen könnten, da sie zu nahe am Boden wachsen

 

Arten

Monatserdbeere

  • Nachfahren der Walderdbeeren mit etwas größeren hocharomatischen Früchten, die jedoch um einiges kleiner als die von Gartenerdbeeren ausfallen. Wachsen als Spalierobst (Klettererdbeeren) an sonnigem Platz mit monatelangem ununterbrochenem Ertrag. Nur selten im Handel zu finden.

 

Walderdbeere (Fragaria vesca)

  • Zieht halbschattigen Standort vor, gerne unter und zwischen Gehölzen. Bringt die kleinsten Erdbeerfrüchte hervor und hat mit den gezüchteten „normalen“ Erdbeeren nicht viel gemeinsam. Ist bei uns im Wald vor allem an Lichtungen noch wild zu finden. Früchte vor Verzehr dringend abwaschen, da bei Verzehr der Fuchsbandwurm übertragen werden kann. Waren bereits bei den Menschen in der Steinzeit beliebt und Dichter im alten Rom schrieben mehrere Verse über sie. Wurden in der Volksmedizin als Heilmittel gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Wurden bereits früher großflächig angebaut, allerdings fiel Ernte eher gering aus.

 

Ziererdbeere (Fragaria Hybride)

  • Wird auch „Rosafarbene Erdbeere“ genannt, da sie rosa blüht. Höhe 10-15cm. Blüht von Juni bis September. Nach der Blüte bilden sich kleine äußerst leckere Erdebeerfrüchte, die geschmacklich ein wenig an Walderdbeeraroma erinnern. Wintergrün. Glänzend dunkelgrüne Blätter. Halbschattig kühl, Sonne wird auch vertragen. Nährstoff- und humusreicher, sandiger aber auch lehmiger und feuchter Boden.

 

Sorten - Erdbeeren Lexikon:

Eine Auswahl von weit über 1000 Gartensorten:
`Asieta®´: Mittelspät bis spät. Mittelgroße, eher rundliche, schwarz-rote Früchte mit festem, dunkelrotem, hocharomatischem Fruchtfleisch. Gilt als robuste, bodentolerante und ertragreiche Sorte
`Elan´: Mehrfach tragend
`Elsanta´: Neuzüchtung. Bekannte, sehr ertragreiche, sehr frühe Sorte mit gutem Aroma. Früchte bereits ab Anfang Juni und Juli. Gut lagerfähig
`Elvira®´: Früh. Große, leicht rundliche Früchte. Massenträger bereits im ersten Jahr nach Pflanzung
`Gigantella® Maxim´: Mittelfrüh. Gilt als größte Erdbeere. Riesige bis handtellergroße Früchte. Festes, jedoch sehr saftiges Fruchtfleisch. Reife Juni bis September
`Grandiosa®´: Mittelfrüh. Sehr große Früchte mit festem, aromatischem Fruchtfleisch
`Hummi®´: Früh. Klettererdbeere, kann eine Höhe von 150cm erreichen. Kräftige Ranken müssen aufgebunden werden. Große süße Früchte vom Frühjahr bis zum Herbst
`Imtraga-Selekta®´: Sehr frühe Sorte die bereits ab Ende Mai sehr große Früchte hervorbringt. Massenträger, der gleichzeitig blüht und fruchtet. Mittelsüß aber sehr fruchtig

`Mara de Bois®´: Mittelgroße Erdbeeren mit herrlich süßem Walderdbeeraroma. Von Juni bis Oktober dauertragend. Gilt als sehr robust
`Mieze Schindler´: Mittelgroße karminrote Früchte. Sehr geschmacksintensives Fruchtfleisch. Sollte sofort nach der Ernte verzehrt werden sollten, da nicht lager- und transportfähig. Daher im Laden nicht zu kaufen. Erhielt den Namen der Ehefrau des Züchters Professor Otto Schindler
`Ostara´: Mehrfach tragende ertragreiche und beliebte Sorte. Fruchtet von Mai bis Oktober
`Pink Panda´: Zier-Erdbeere. Bekannteste Sorte. Kreuzung zwischen Walderdbeere und Fingerstrauch mit rosafarbenen Blüten
`Praline®´: Mittelfrüh bis spät. Große rote Früchte mit festem, dennoch saftigem, süßem Fruchtfleisch. Reich tragend. Eignet sich neben dem Frischverzehr besonders gut für Marmelade und Bowle. Gilt als gut krankheitsresistent
`Red Panda´: Bodendecker-Erdbeere, die schnell dichte Teppiche bildet. Blüht und fruchtet von Juni bis September gleichzeitig. Mittelgroße Früchte mit intensivem süßem Erdbeeraroma. Blüht in auffälligem feuerrot. Gut als Ampelpflanze zu nutzen
`Rumba´: Zier-Erdbeere. Leuchtend rosafarbene Blüten

`Samba´: Zier-Erdbeere. Besticht durch Blüten in dunklem Rosa
`Senga Sengana®´: Mittelfrüh. Einer der bekanntesten Sorten die noch vor ein paar Jahren die beliebteste Sorte war, mittlerweile jedoch von Neuzüchtungen etwas verdrängt wird. Große Früchte mit festem dunkelrotem Fruchtfleisch von Mitte bis Ende Juni und Juli. Massenträger. Früchte können gut gelagert werden.  Im Handel nur noch selten angeboten, da sie von aromatischeren Neuzüchtungen abgelöst wurde
erdbeeren2_fl`Tenira®´: Mittelfrüh. Mittelgroße Früchte mit festem, dennoch saftigem Fruchtfleisch. Eignen sich neben dem Rohgenuss besonders gut zum Einmachen und Einfrieren
`Thuriga´: Mehrfach tragend
`Variegata´: Walderdbeere. Fällt durch grün-weiß panaschierte Blätter besonders aus

Geschichte

Bereits im Mittelalter waren Walderdebeeren bekannt und sehr beliebt, allerdings waren den Leuten die Früchte zu klein und die Pflanzen waren nicht sehr ertragreich.
Französische Siedler entdeckten dann in Kanada großfrüchtige Erdbeeren die „amerikanische Scharlach-Erdbeeren“ genannt und am französischen Königshof außerordentlich beliebt wurden.
Vor ca. 300 Jahren kamen zudem Erdbeeren aus Chile nach Europa. Im Hohenheimer Schlossgarten des Herzogen von Württemberg reiften die ersten Chile-Erdbeeren heran und sorgten für allgemeine Entzückung.
Es dauerte noch 50 Jahre bis aus den ersten Züchtungen aus Scharlach- und Chile-Erdbeeren die heute bekannten Gartenerdbeeren wurden.

Verwendung

  • Lagerung:

Erdbeeren schmecken frisch gepflückt am besten. Sollte die Ernte zu groß ausfallen und sie doch kurz gelagert werden müssen, sollten unbedingt die grünen Kelchblätter mit dem Stiel an den Früchtchen dranbleiben. Sie halten sonst schnell eindringende Keime fern und die Frucht frisch. Erdbeeren sollten in der kältesten Ecke im Kühlschrank (unterster Boden direkt über dem Gemüsefach) gelagert werden. Ideal ist ein Null-Grad-Frischefach (einige moderne Geräte sind damit bereits ausgestattet). Auch bei idealen Bedingungen nicht länger als 3-4 Tagen lagern, denn auch bei bester Lagerung büßen die Früchte an Aroma ein

 

  • Einfrieren: 

Früchte mit den Kelchblättern und dem Stiel leicht waschen, jedoch nicht im Wasser liegen lassen da sie sonst zu viel davon aufnehmen und an Geschmack verlieren. Erdbeeren (gilt für alle Beeren) nebeneinander auf ein Blech, einen Teller oder eine Schale legen und in das Eisfach stellen. Nur anfrieren lassen und danach in einen Tiefkühlbeutel oder eine gefriertaugliche Schale legen. So kleben sie gefroren weniger aneinander so dass man sie einzeln entnehmen kann und sie weniger Druckstellen bekommen. Im Eisfach halten sie sich maximal 12 Monate.

 

  • Tee:

Lecker ist ein Tee aus verschiedenen Zutaten, der bedenkenlos täglich und in großen Mengen getrunken werden kann. Dazu werden 10g getrocknete Erdbeerblätter mit 30g zerkleinerten Hagebutten, 30g getrockneten Hibiskusblüten, 30g getrockneten Himbeerblättern sowie 30g getrocknete Brombeerblätter gut vermengt. Für eine große Tasse (150ml) werden zwei Teelöffel der Mischung benötigt, die mit kochendem Wasser übergossen werden. Anschließend 5-10 Minuten ziehen lassen und wahlweise pur trinken oder auch mit Zitronensaft abrunden und bei Bedarf mit Zucker oder besser Honig süßen.

 

  • Bowle:

Neue Forschungen haben belegt, dass die antioxidative Wirkung der Früchte noch erhöht wird wenn sie in Alkohol eingelegt werden. Dadurch sind sie länger haltbar und erhalten ihre gesundheitsfördernde Wirkung. Also ran an die Bowle (aber nur in Maßen!). Fertige Erdebeerbowle erhält mit geeisten Erdbeeren mehr Aroma und verwässernde Eiswürfel sind nicht mehr nötig!

 

  • Rezepte:
Nachtisch Nr. 1: Erdbeeren halbieren und mit etwas Kokosnuss- oder Mandellikör beträufeln. Alternativ kann man alkoholfrei Himbeer- oder Haselnusslikör verwenden.
Nachtisch Nr. 2: Etwas Zitronen- oder Limettensaft zu halbierten Erdbeeren gegeben verstärkt deren Eigengeschmack.
Salat: 400g Ziegenfrischkäse mit 2EL Schnittlauchröllchen, 1EL Olivenöl und Pfeffer vermengen und zu kleinen Käsebällchen rollen. 250g Salat nach Wahl wie üblich waschen, Trockenschleudern und in mundgerechte Stücke zupfen. 250g Erdebeeren halbieren oder vierteln und mit den Käsebällchen auf dem Salat drapieren. 1EL Olivenöl, ½ Tl Senf und 4EL flüssige Gemüsebrühe miteinander vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Über den Salat verteilen. Reicht für 4 Personen.


Haushalt

Erdbeerflecken entfernen: Kleidung in saure Milch einlegen und nach einer Einwirkzeit warm auswaschen oder in die Waschmaschine geben
 
Weiterführende Links

Garten-Tipps