Farn & Farnarten - Pflege, Schneiden & Vermehren
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Farn & Farnarten - Pflege, Schneiden & Vermehren

Art/Familie: Staude. Unterschiedliche Familien

farn_flPflegeaufwand: Gering. Anspruchslos und genügsam

Belaubung: Es gibt wintergrüne, aber auch blatteinziehende Arten, die im Folgejahr mit den bekannt eingerollten Blättern neu austreiben. Bei Kauf im Frühjahr erkennt man an eingerollten Blättern sommergrüne Farne. Sind die Blätter nicht eingerollt zieht er im Winter auch nicht ein

Wuchs: Je nach Art und Sorte straff aufrecht bis fast niederliegend. Bildet mit der Zeit kleine Nester und breite Horste

Höhe: Je nach Art und Sorte 20 bis 200cm

Standort: Halbschattig bis schattig kühl. Manche Arten vertragen sonnigen Standort bei ausreichender Bodenfeuchte. Humoser, durchl ...

ässiger, nicht zu trockener Boden jedoch ohne Staunässe, gerne etwas sauer. Genießt hohe Luftfeuchtigkeit (verleiht den Wedeln besondere Schönheit), daher gerne am Teichrand. Einzig der Tüpfelfarn mag es etwas trockener

Pflanzzeit: Kann im zeitigen Frühjahr auch ausgesät werden

Schnitt: Bei wintergrünen Arten kein Rückschnitt erforderlich sondern nur ausputzen alter Wedel. Bei im Winter einziehenden Arten vergilbte Wedel entfernen

Partner: Maiglöckchen, Schattengräser

Vermehrung: Durch Teilung oder mittels der Sporen (siehe auch unten „Farne vermehren“)
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Pflege: Während der Wachstumsphase einmal die Woche einen Teelöffel Milch ins Gießwasser geben, dann gedeihen sie besonders gut. Erde immer etwas feucht halten und in den Sommermonaten wöchentlich düngen oder Gabe von Langzeitdünger im Frühjahr. Wenn Standort nicht direkt am Teichrand regelmäßig überbrausen oder besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Am besten Regenwasser benutzen, da die meisten Farne kalkempfindlich sind

Überwinterung: Die meisten Arten sind winterhart, manche benötigen Winterschutz

Krankheiten/Probleme:
Trockenheit wird nicht gut vertragen

Besonderheiten:

  1. Steht gerne über Jahre hinweg am selben Platz
  2. Langlebig und wird im Laufe der Jahre immer eindrucksvoller und schöner
  3. Kann auch gut im Kübel kultiviert werden
  4. Wedel können geschnitten und für Trockensträuße getrocknet werden
Hinweis: Der mittlerweile auch in Deutschland sehr bekannte und beliebte Baumfarn wird trotz seines Namens botanisch nicht zu den Farnen sondern zu den Palmen gezählt.

 

Arten - Farn Lexikon

Adlerfarn

  • Höhe bis 200cm, damit hierzulande der größte Farn. Besitzt sterile und Sporenwedel (siehe auch unten „Sterile und Sporenwedel“)
Breitblättriger Wurmfarn (Dryopteris dilatata)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Bildet sehr breite dreifach gefiederte Wedel
Filigranfarn (Polystichum polyblepharum)
  • Höhe 60cm. Immergrün. Benötigt halbschattigen bis schattigen Standort mit stets feuchtem Boden. Gilt als winterhart bis -15°C, daher am besten Überwinterung im Haus. Eingepflanzte Exemplare sollte vor Barfrost (Frost ohne Schnee) geschützt werden. Bei rauen Wintern kann es dennoch zu Ausfällen kommen. 
Flaumfarn – Punktfarn (Polystichum setiferum)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Wird auch „Bulbenschildfarn“ genannt und oft Als „Inbegriffs des schönen Farnes“ betrachtet. Höhe 40-80cm. Je nach Sorte straff aufrechter bis fast niederliegender Wuchs. Bildet mit der Zeit kleine Nester und breite Horste. Wintergrün. Je nach Sorte grün bis bronze-grüne, sehr filigrane fein doppelt gefiederte und fein zerteilte weiche Wedel. Kann im Herbst nur geteilt werden, Sporenvermehrung nicht möglich. Nicht sicher winterhart. Herbstlaub sollte auf der Pflanze liegen gelassen werden um etwas zu schützen. Vor allem in rauen Gegenden zusätzlich mit Reisig oder Vlies schützen. Reagiert auf Trockenheit empfindlicher als andere Arten.
Gesägter Tüpfelfarn (Polypodium interjectum)
  • Gehört zur Familie der Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae). Höhe 25cm. Die Wedel dieses Farns sind sehr stark gefiedert und wirken zerteilt, weswegen er den deutschen Namen erhielt
Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)
  • Gehört zur Familie der Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae). Wird auch „Engelsüß“ genannt. Höhe 20-35cm. Wintergrün. Dunkelgrüne, ledrige, einfach gefederte, schmale fast dreieckige Wedel mit tüpfelartigen Sporenlagern an den Unterseiten. Langlebige und haltbare Wedel. Gilt als sehr robust und pflegeleicht. Bodendecker. Aufrechter bis überhängender Wuchs. Breitet sich durch kriechenden Wurzelstock aus. Wuchert kaum. Schatten wird bevorzugt, Halbschatten wird nur an kühlen Plätzen vertragen. Wintergrün. Benötigt keine Düngung und bei sehr lange anhaltender Trockenheit wässern, sonst reicht es wenn er Regen abbekommt. Reagiert besonders empfindlich auf Kalk. Sehr frostsicher. Ist in Afrika sowie in den nördlichen gemäßigten Zonen der Erde heimisch und steht unter Naturschutz. Passt gut in den Steingarten, wo er gerne in Mauerfugen oder Ritzen sitzt
Glanz-Schildfarn (Polystichum aculeatum)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Bildet derbe, ledrige, glänzend grüne, gefiederte Wedel. Steht am liebsten im Halbschatten oder Schatten, verträgt jedoch auch die Sonne
Goldschuppenfarn (Dryopteris affinis)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Höhe 80-100cm Sommergrün. Tiefgrüne Wedel mit kontrastreichen goldbraun geschuppten Stielen, zieht im Herbst ein (siehe auch unten „Spektakulärer Neuaustrieb“). Bei Neuaustrieb rötlich-gold schimmernde Wedel. Aufrecht buschiger Wuchs, bildet dichte Horste. Zieht halbschattigen Standort vor, verträgt aber auch Schatten. Absolut frostverträglich bis -50C. Benötigt viel Platz und möchte nicht bedrängt werden. Reagiert äußerst empfindlich auf Trockenheit. Den Namen erhielt der Farn wegen seiner wunderschönen Wedel, die beim Neuaustrieb im Frühjahr rötlich-gold schimmern und die Stiele in einem edlen braun-gold gefärbt sind
Hirschzungenfarn (Phyllitis)
  • Wird auch „Gewellter Hirschzungenfarn“ genannt. Höhe 30 bis 80cm. Kann bei viel Platz an passendem Standort bis zu 150cm breit werden. Wintergrün. Robuste ledrige Blätter in hellem grün. Benötigt halbschattigen bis schattigen kühlen Standort mit stets feuchtem Boden Reagiert sehr empfindlich auf Hitze. Blätter benötigen viel Platz zum Ausbreiten
Königsfarn – Gewöhnlicher Rispenfarn (Osmunda regalis)
  • Gehört zur Familie der Königsfarngewächse (Osmundeceae). Höhe 60-120cm. Breite, längliche, doppelt gefiederte, hellgrüne Wedel, die bis zu 200cm lang werden können. Innere Wedel bilden Sporen aus (siehe auch unten „Sterile und Sporenwedel“). Aufrechter Wuchs, bildet lockere Horste. Reagiert sehr empfindlich auf Staunässe und benötigt sehr gut durchlässigen Boden, der sich nicht verdichtet (Waldboden). Benötigt halbschattigen bis schattigen Standort. Schön als Solitär, passt aber auch gut zu Astilben, Eisenhut, Elfenblume und Primeln. Stammt ursprünglich aus Kanada und Nordamerika, ist mittlerweile jedoch auch hierzulande in moorigen Waldgebieten natürlich zu finden. Steht unter Naturschutz 
Perlfarn (Onoclea sensibilis)
  • Gehört zur Familie der Wimpernfarngewächsen (Woodsiaceae). Höhe 40-50cm. Hellgrüne, breite, tief gefederte Wedel mit gelb-brauner Herbstfärbung. Bildet sterile und Sporenwedel (siehe auch unten „Sterile und Sporenwedel“). Bodendecker mit schmalen aufrechten Wedeln, der durch kriechende Rhizome dichte Farnhorste bildet. Halbschattiger bis schattiger Standort, kann bei ausreichender Bodenfeuchte auch sonnig stehen. Gerne am Teichrand oder zwischen Gehölzen. Boden muss gut durchlässig sein und darf sich nicht verdichten (Waldboden). Windgeschützt mit hoher Luftfeuchtigkeit. Passt besonders gut zu Geißbart, Funkie, Königsfarn und Silberkerze. Breitet sich alleine ebenso bereit wie breit aus und ist daher eher für größere Bereiche sinnvoll. Ist in den Feuchtgebieten von Ostasien und Nordamerika natürlich zu finden
Pfauenradfarn (Adiantum pedatum)
  • Sommergrün. Bildet grüne Wedel mit auffälligen schwarzen Stielen. Erfreut mit gelber bis kupferfarbener Herbstfärbung. Halbschattiger bis schattiger Standort, kann bei ausreichender Bodenfeuchte jedoch auch sonnig stehen, gerne am Teichrand. Windgeschützt mit hoher Luftfeuchtigkeit
Regenbogenfarn (Athyrium niponicum)
  • Höhe 20-60cm. Sehr feine Wedel in grün bis silbrig-grün, teilweise auch in silbrig-rot. Bevorzugt lichten Schatten unter oder zwischen Gehölzen. Gedeiht auch im Halbschatten und reinem Schatten
Rotschleierfarn (Dryopteris erythrosora)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Höhe 30-50cm. Große fein gefiederte Wedel meist in frischem grün rötlich überhaucht, aber auch in orange. Halbschattiger bis schattiger Standort
Rotstieliger Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Höhe 40-50cm. Lange schmale Wedel in grün mit rotem Stiel. Bevorzugt schattigen bis halbschattigen Standort. Stammt aus China
Saumfarn (Pteris)
  • Wird auch „Flügelfarn“ genannt. Zimmerfarn für halbschattigen bis schattigen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Am besten Topf einmal pro Woche in zimmerwarmes abgestandenes Wasser tauchen bis keine Blasen mehr aufsteigen und Wedel öfter besprühen. Von Frühjahr bis Spätsommer alle 14 Tage düngen. Rückschnitt nicht notwendig, jedoch unansehnliche Wedel entfernen
Schildfarn (Polystichum tsus-simense)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Höhe 30-40cm. Matt dunkelgrüne, doppelt gefiederte breit bis lanzettliche Wedel. Die einzelnen Fieder sind am Rand gesägt. Bodendecker. Schmaler Wuchs mit aufrechtem Rhizom, wo die Wedel „federballähnlich“ angeordnet sind. Halbschattigen bis schattigen Standort mit feuchtem Boden, daher ideal am Teichrand. Passt gut zu Akelei, Herbst-Anemone, Astilbe, Primel und Schatten-Ziergras. Ist nur in milden Regionen bedingt winterhart, in rauen Gebieten sollte er frostfrei im Haus überwintern. Ist in China, Korea, Taiwan sowie Japan heimisch
Schwarzschuppenfarn (Dryopteris wallichiana)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Wedelstiele und Mittelrippe sind schwarz geschuppt. Bevorzugt schattigen Standort, bei zu viel Sonne vergrünen die Wedel
Schwimmfarn (Salvinia natans)
  • Sonnig bis halbschattig. Schwimmt auf der Wasseroberfläche. Wird nicht gepflanzt sondern einfach ins Wasser geworfen
Sichelfarn (Cyrtomium falcatum, Syn. Polystichum falcatum)
  • Höhe 60-90cm. Wintergrün. Breit eiförmig nach vorn zugespitzte, einfach gefiederte, ledrige, glänzend grüne Wedel. Horstartiger Wuchs, Wedel sind trichterförmig angeordnet. Lichter Schatten wird bevorzugt, verträgt jedoch auch reinen Schatten. Winterhart, ist nur für Winterschutz bei Barfrost (Frost ohne Schnee) dankbar. Gilt als einer der unkompliziertesten Farnarten
Sumpffarn (Dryopteris thelypteris, Syn. Thelypteris pulustris)
  • Höhe 30-50cm. Sonnig bis halbschattiger Standort. Gerne am Teichrand. Feuchter Boden oder Sumpfzone mit einer Wassertiefe bis 10cm
Trichterfarn (Matteuccia struthiopteris)
  • Höhe 80-120cm. Doppelt gefiederte frischgrüne Wedel. Trichterförmig aufrecht buschiger Wuchs. In der Mitte der Trichter kurze Sporenwedel in olivgrün mit schwarz-braunen Sporen besetzt. Bildet unterirdische Ausläufer und breitet sich dadurch selber aus (siehe auch unten „Vermehrung unerwünscht“). Ausläufer können auch abgestochen und woanders neu eingepflanzt werden. Halbschattiger bis schattiger Standort, verträgt bei ausreichender Bodenfeuchte (z.B. am Teichrand) auch sonnig. Bildet sterile und Sporenwedel (siehe auch unten „Sterile und Sporenwedel“)
Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Gehört zur Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Wird auch „Gewöhnlicher Wurmfarn“ genannt. Höhe 50 bis 120cm. Einfach gefiederte, breite, weich bis derbe, mattgrüne Wedel mit heller Unterseite. Wedel sind mit Spreuschuppen besetzt. Ziehen im Winter ein und beeindrucken mit schönem Austrieb im März/April (siehe auch unten „Spektakulärer Neuaustrieb“). Aufrechter, horstartiger, trichterförmiger Wuchs. Bevorzugt lichten Schatten, kommt jedoch auch mit Halb- und reinem Schatten klar. Verträgt bei ausreichender Bodenfeuchte auch sonnigen Standort. Wirkt am schönsten als Solitär. Absolut frostsicher. Bekanntester und häufigster Farn in deutschen Gärten. Ist in Europa über die nördliche Halbkugel bis nach Südamerika in Waldgebieten heimisch. Achtung: Giftig!

 

Sorten (Auswahl):

`Barnesii´: Wurmfarn. Höhe 80-100cm mit steil aufrechtem Wuchs und leicht gewellten Wedeln
`Bifidum Multifidum´: Gewöhnlicher Tüpfelfarn. Höhe 35cm. Bildet sehr auffällige verzweigte tief eingeschnittene Wedel in rötlicher Färbung
`Brilliance´: Rotschleierfarn. Höhe 30cm. Neuere Sorte mit leuchtenden Wedeln in kupferorange
`Cornubiense´: Gesägter Tüpfelfarn. Bekannteste und am häufigsten angebotene Sorte, die auch unter dem Namen „Cornwall-Tüpfelfarn“ läuft. Höhe 25cm
`Dahlem´: Flaumfarn. Höhe 30-50cm. Bildet sehr breite, fast aufrecht wachsende Wedel in frischem grün. Gedeiht nur auf halbschattigen Standort gut
`Gracilis´: Königsfarn. Höhe 60-80cm. Zwerg-Königsfarn mit auffällig brauner Herbstfärbung
`Herrenhausen´: Flaumfarn. Höhe 40cm. Fällt durch lange, flache, zwei- bis dreifach gefiederte, dunkelgrüne Wedel auf, durch die er sehr breit wird und eher flache Horste bildet
`Lady in Red´: Höhe 40-50cm. Außergewöhnlich schmale, jedoch lange Wedel mit feinen grünen Fiedern an einem leuchten roten Mittelstiel
`Metallicum´: Regenbogenfarn. Höhe 40cm. Japanischer Farn mit intensiv silbrig metallisch leicht rötlich gezeichneten Wedeln. Gerne unter und zwischen Gehölzen. Guter Kontrast zu dunkellaubigen Gehölzen. Humosen leicht feuchten Boden

`Plumosum Densum´: Flaumfarn. Höhe 40-50cm. Breiter, trichterförmiger Wuchs mit leicht gekräuselten weichen Wedeln. Fällt durch überlappende hell- bis bronzegrüne moosartige Fieder (einzelne Blättchen) auf
`Proliferum´: Flaumfarn. Sehr filigrane Sorte
`Pteris cretica´: Saumfarn. Bekannteste Sorte, die als sehr robust gilt
`Purpurascens´: Königsfarn. Höhe 120. Auch als „Purpur-Königsfarn“ bekannt. Fällt durch kupferrote Wedel auf
Schellenbaumfarn `Linearis Polydactylon´: Wurmfarn. Höhe 50-70cm mit langen eigenwillig gekrausten Wedeln. Wartet mit schmal eingeschnittenen Fiederblättchen auf, deren Enden buschig verwachsen sind
`Silver Falls´: Regenbogenfarn. Höhe 20-30cm. Silbrig-weiße Fieder zum Rand hin etwas grünlich mit roter Mittelrippe
`Ursula in Red´: Regenbogenfarn. Höhe 40-50cm. Außergewöhnliche Wedel in rot, wobei die einzelnen Fieder silbrig-grau schimmern mit roter Mittelrippe


farn2_flFarne vermehren

Auch wenn Farne keine Samen bilden, kann man sie mittels ihrer an der Blattunterseite sitzenden Sporen vermehren. Botanisch gesehen sind diese Sporen keine Samen, denn aus ihnen entstehen zuerst nur die Vorkeime, auf denen die Befruchtung dann stattfindet. Farnvermehrung ist ein kleines Kunststück und muss sehr sorgfältig und hygienisch geschehen.
Benötigte Gefäße sollten vorher ausgekocht und nur keimfreie Anzuchterde benutzt werden. Die Sporen sind reif wenn sie sich hellbraun verfärben.

Das ganze Blatt wird dann abgeschnitten und in einer Plastiktüte an einen warmen Ort gelagert, wo die Sporen von alleine abfallen. Sie werden dann sofort in einen sterilen Topf mit steriler Erde ausgesät und locker mit einer Folie abgedeckt. Die Samen verlieren schnell ihre Keimfähigkeit und sollte daher sofort gesät werden. Der Topf kommt an ein helles, warmes und vor direkter Sonne geschütztes Plätzchen. Bald bildet sich an der Oberfläche eine moosähnliche grüne Schicht aus Vorkeimen, die nun vorsichtig vereinzelt (pikiert) werden.

Die eigentliche Befruchtung besorgen sie selbst, denn die Vorkeime (Prothallium genannt) haben männliche und weibliche Organe. Wenn die Befruchtung geklappt haben sollte, bilden sich bald die ersten Mini-Farnwedel. Vorzugsweise findet die Vermehrung im Frühjahr statt. Nach einer Winterruhe beginnt wieder die Wachstumsphase.
Einfacher ist die Vermehrung sicherlich durch Teilung des Wurzelballens, wobei die Wurzeln dabei vorsichtig auseinander gezogen werden. Geteilt werden können Farne von Februar bis November. Allerdings werden bei der Teilung die meist gebildeten dichten Horste zerstört und es benötigt einige Jahre, bis die Teilstücke ebenso schön und gleichmäßig werden

Sterile und Sporenwedel

Adler-, Königs-, Perl- und Trichterfarn besitzen zwei verschiedene Arten von Wedeln. Sie haben sterile aber auch Sporenwedel. Wie man dem Namen ableiten kann sind Sporenwedel solche, die auf der Blattunterseite bräunlich-schwarze Sporen zu sitzen haben, mit denen man sie oder sie sich selber vermehren können. Diese Sporenwedel frieren im Winter auch nicht ab sondern überdauern die kalte Jahreszeit. Sterile Wedel hingegen besitzen keine Sporen auf der Rückseite und frieren im Winter zurück.

Spektakulärer Neuaustrieb

Die sommergrünen Farne ziehen im Winter zwar ein, weswegen man in dieser Jahreszeit nicht viel von ihnen hat, jedoch entschädigen sie mit einem imposanten Neuaustrieb. Dabei sind die kleinen Wedel noch wie eine Schnecke fein eingerollt und entfalten sich langsam Tag für Tag, fast zum Beobachten. Der Goldschuppenfarn legt den eindeutig schönsten Neuaustrieb hin. Die Wedel schimmern anfangs rötlich-golden und sind ein echter Hingucker.

Vermehrung unerwünscht

Vor allem der Trichterfarn breitet sich durch unterirdische Ausläufer gerne aus wenn er sich wohl fühlt. Um dies zu unterbringen sollte er in einem großen Plastiktopf ohne Boden eingesetzt und dieser Topf in den Boden vergraben werden. Alternativ kann man das Pflanzloch auch mit einer Wurzelsperrfolie auskleiden.

Verwendung als Dünger

Frisch zerkleinerte Wedel von Adler- und Wurmfarn werden für einen Tag eingeweicht und dann eine halbe Stunde lang bei niedriger Hitze aufgekocht. Die entstandene Brühe wird in einem Verhältnis von 1:10 verdünnt und ist bei Kalimangel hilfreich.

Gesundheit

Der Wurmfarn galt im Mittelalter als Heilmittel gegen Bandwürmer.

 
Weiterführende Links

Garten-Tipps