Schneeball (Viburnum) - Pflege, Schneiden & Sorten der Pflanze Art/Familie: Zierstrauch, Gehölz. Gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Pflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht
Blütezeit: Je nach Art und Sorte Oktober bis Juni mit großen Blütenrispen bestehend aus vielen kleinen, tellerartigen, weißen, duftenden Blüten. Manche Arten bilden danach dekorative Früchte
Belaubung: Wintergrün, manche arten auch immergrün. Eiförmige, nach vorn zugespitzte, leicht ledrige Blätter in dunkelgrün
Wuchs: Aufrecht buschig
Höhe: 50 bis 400cm
Standort: Sonnig bis halbschattig. Gut durchlässiger, nährstoffreicher Boden, eher feucht als zu trocken
Pflanzzeit: Jederzeit solange der Boden nicht gefroren ist ...
Schnitt: Je nach Art unterschiedlich
Vermehrung: Durch Stecklinge im Frühjahr
Pflege: Bei Trockenheit wässern. Falllaub liegen lassen, wird von Bodenlebewesen zu Humus verarbeitet; dann keine Düngung notwendig
Überwinterung: Winterhart
Krankheiten: Problemlos
Besonderheiten: - Wurde früher zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) gezählt
Arten (Auswahl aus ca. 150 Arten) Burkwoods Schneeball (Viburnum burkwoodii) - Höhe 200-300cm. Blüht ...
von April bis Mai mit weißen runden duftenden Blüten. Wintergrün. Im Winter auslichten, dabei nur totes (dunkler als junges Holz) entfernen Davids Schneeball (Viburnum davidii)
- Höhe 100-400cm. Beeindruckt durch leicht ovale, kleine, in dichten Büscheln sitzenden Früchten in leuchtendem Heidelbeerblau
Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)
- Wird auch „Niedriger Schneeball“ genannt. Bekannteste und beliebteste Art. Blüht von Mai bis Juni mit weißen kranzförmig angeordneten Schaublüten. In der Mitte finden sich die eher unscheinbaren fruchtbaren Blüten. Später werden schöne hellrote Beeren gebildet (siehe unten „Giftig oder ungiftig?“). Nach der Blüte auslichten (siehe unten „Rückschnitt gewöhnlicher Schneeball“)
Japanischer Schneeball (Viburnum plicatum)
- Kein Rückschnitt notwendig (siehe auch unten „Rückschnitt japanischer Schneeball“)
Mittelmeer Schneeball (Viburnum tinus)
- Höhe 50-150cm. Blüht von Oktober bis April mit markant duftenden Blütenrispen. Kann auch gut im Kübel kultiviert werden.
Niedriger Schneeball
- Bildet keine eigene Art, sondern gehört zum gewöhnlichen Schneeball. Bleibt kleiner als die anderen Sorten, daher auch gut für kleine Gärten geeignet
(Viburnum lantana)
- Bildet dunkelblaue fast schwarze Früchte
Sorten (in Auswahl)
- `Compactum´: Niedriger Schneeball. Niedrig wachsende Sorte, daher auch gut für kleine Gärten geeignet
- `Gwenllian´: Mittelmeer Schneeball. Bekannteste Sorte. Höhe 50-100cm. Blüht von Oktober bis April mit 5-7cm großen Blütenschirmen bestehend aus vielen roten Knospen und reinweißen Blüten
Giftig oder ungiftig?
Der Schneeball wird nicht selten als Giftpflanze gezählt, da Beeren, Laub und auch die Rinde Bitterstoffe enthalten. Die schönen appetitlich aussehenden Beeren enthalten zudem Sapoine, so daß deren Genuss zu starken Reizungen im Magen-Darmbereich führen kann. Es können sogar tödlich endende Vergiftungen auftreten. Allerdings ist sich die Expertenwelt nicht sicher, ab welcher Menge der Genuss böse Folgen haben kann. Vor allem die unreifen Früchte enthalten die Sapoine, die nach Ausreifung der Beeren und vor allem nach dem Kochen vergehen sollen. Schneeballbeeren sollen wohl vor allem bei der Zubereitung von Gelees und Marmeladen Verwendung finden.
Rückschnitt gewöhnlicher Schneeball
Den üppigsten Flor bildet der gewöhnliche Schneeball an ein- und zweijährigen Trieben. Ältere Triebe lassen in der Knospenbildung deutlich nach und senken sich unter ihrem Gewicht bogenförmig zu Boden. Um der Vergreisung entgegenzuwirken werden ab dem 3. oder 4. Standjahr nach Pflanzung 1/3 der ältesten Triebe (gut an dunklerer Rinde und starken Verzweigungen erkennbar) bodeneben entfernt. Sind auch am alten Holz Schösslinge erkennbar, die man nicht ganz entfernen möchte, wird der alte Trieb bis auf den untersten Neutrieb (günstig stehende Verzweigung) entfernt. Neutriebe werden nur eingekürzt wenn sie sehr lang oder schwach sind und nicht zu den anderen Trieben des Strauches passen.
Rückschnitt japanischer Schneeball
Der japanische Schneeball wächst von Natur aus ebenmäßig und bildet von alleine aus wenigen Trieben einen dauerhaft bestehenden Strauch. Selten kommen Neutriebe aus der Basis und einen Rückschnitt bis ins alte Holz überlebt sie nicht, da sie von dort nicht mehr neu austreibt (oder nur sehr spärlich). Von daher wollte man ihn am besten möglichst in Ruhe wachsen lassen und nur krankes oder totes Holz entfernen. Wenn einzelne Zweige stören können sie ebenfalls wenn möglich bis zu einer Verzweigung geschnitten werden, damit keine Löcher entstehen. Der beste Schnittzeitpunkt ist im Frühjahr.
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